Einstellungstest

                                        » Trainingshandbuch für den Einstellungstest
Der dreistufige Einstellungstest
I.    Sportlicher und praktischer Test
II.   Theoretischer Test und persönliches Gespräch
III.  Ärztliche Untersuchung

 

I . Sporttest bei der Feuerwehr Rudolstadt:
15 m-Streckentauchen
Ausgangsposition:
Die Testperson befindet sich im Wasser und hält sich am „Start-Beckenrand“ fest.
Durchführung:
Die Testperson taucht ab und stößt sich unterhalb der Wasseroberfläche von der Beckenwand ab. Sie taucht deutlich unterhalb der Wasseroberfläche eine Strecke von 15 m.
Fehlerquellen:
  • Schwimmen ohne Atmung: Die Testperson schwimmt an der Wasseroberfläche während sie nur den Kopf Unterwasser hält.
  • Durchbrechen der Wasseroberfläche: Vor dem Tauchstreckenende kommt die Testperson zu nah an die Wasseroberfläche, so dass ein Körperteil sie durchbricht.
  • Hyperventilation: Wenn die Testperson vor dem Abtauchen hyperventiliert, muss der Wertungsdurchgang sofort abgebrochen werden.
  • Zu frühes Auftauchen: Die Testperson beginnt schon vor dem Tauchring aufzutauchen.
  • Mangelnde Tauchfähigkeit: Die Testperson kann keine koordinierte Arm- und Beinbewegung unterhalb der Wasseroberfläche ausführen.
  • Das Tauchen ohne passende Schwimmbekleidung (Badeanzug, Badehose) sowie das Mitführen von Schwimmhilfen werden nicht gestattet. Das Tragen einer Schwimmbrille wird empfohlen.

 

200 m-Schwimmen
Ausgangsposition:
Die Testperson stellt sich in ihrer zugeordneten Schwimmbahn an den Beckenrand.
Durchführung:
Die Testperson schwimmt nach einem Kopfsprung vom Beckenrand schnellstmöglich (maximal in 5 Minuten in Freistil) die Strecke von 200 m.
Fehlerquellen:
  • Aus der Bahn schwimmen: Die Testperson schwimmt aus der zugeordneten Bahn, bedrängt oder irritiert einen Mitschwimmer.
  • Festhalten am Beckenrand: Die Testperson hält sich beim Wenden länger als 2 s am Beckenrand fest.
  • Fehlstart: Die Testperson springt vor dem Startsignal ins Becken. Sofortiger Testabbruch und Neustart für alle. Bei einem erneuten Fehlstart sofortige Disqualifikation des Verursachers ungeachtet des vorherigen Fehlstartverursachers.
  • Mangelnde Schwimmfähigkeit: Die Testperson kann keine Schwimmart in Grundzügen ausführen und hat Schwierigkeiten sich über Wasser zu halten.
  • Behinderung eines Mitschwimmers: Hält sich eine Testperson nicht an die Regel, am Beckenrand zu warten bis alle Schwimmer angekommen sind und behindert einen anderen Schwimmer, so wird sie disqualifiziert.
  • Das Schwimmen ohne passende Schwimmbekleidung (Badeanzug, Badehose) sowie das Mitführen von Schwimmhilfen werden nicht gestattet. Das Tragen einer Schwimmbrille wird empfohlen.

 

Gleichgewichtstest DFFA
Ausgangsposition:
Einnehmen der Startposition vor dem flachen Kasten
Durchführung:
  • Besteigung des Schwebebalkens über den Kasten
  • Überlaufen des Balkens mit Übersteigen des Medizinballs
  • Aufnehmen des Sandsacks (Gewicht 5kg)– Sandsack mit einer Hand zum Balkenanfang transportieren – nach halber Drehung Rücktransport mit der anderen Hand – Ablegen des Sandsacks, belaufen des Balkens und Abstieg über den Kasten
  • 2 Versuche
Fehlerquellen:
  • Beidhändiger Transport des Sandsacks, fehlender Handwechsel
  • Umstoßen des Medizinballs
  • Verlassen des Balkens, Abspringen statt Absteigen
(DFFA, 2010)
Mindestanforderung: ≤ 50 Sekunden

 

Liegestütze
Ausgangsposition:
  • Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen
  • Hände schulterbreit auf den Boden aufgestützt
  • Beine geschlossen, Körper angespannt
Durchführung:
  • Auf Kommando bei gestreckter Haltung den Körper absenken (Dauer 2 s) bis der Ellbogenwinkel 90° beträgt
  • Auf Kommando die Arme bis zur Ausgangsposition strecken (Dauer 2 s)
  • Mögliche Kontrolle der Bewegungsausführung: Bei gestreckten Armen muss eine Schnur im Nackenbereich bei jeder Wiederholungen berührt werden
Fehlerquellen:
  • Fehlende Körperstreckung
  • Unvollständige Armstreckung/-beugung
  • Ablegen des Oberkörpers oder der Beine
Mindestanforderung: 12 Wiederholungen

 

Wechselsprünge
Ausgangsposition:
  • Seitlicher Stand neben der Stange (Höhe der Stange 33cm)
Durchführung:
  • Beidbeiniges, seitliches Überspringen der Stange
  • Gezählt wird jeder einzelne Wechselsprung innerhalb von 30 s
  • 2 Versuche
Fehlerquellen:
  • Einbeiniger Absprung
  • Umstoßen von Pylone bzw. Stange
Mindestanforderung: 42 Wiederholungen

 

Beugehang
Ausgangsposition:
  • Testperson greift schulterbreit an die Klimmzugstange (Kammgriff)
  • Erreichen der Ausgangsposition mit Hilfe eines Kastens (Kinnspitze oberhalb die Klimmzugstange)
Durchführung:
  • Beginn der Zeitmessung mit Erreichen der Beugehangposition
Fehlerquellen:
  • Unruhige Körperhaltung
  • Kinnspitze unterhalb der Klimmzugstange
  • Das Kinn darf nicht auf der Stange abgelegt werden
  • Ristgriff
  • Griffhaltung weiter oder enger als die Schulterbreite
(Beck & Bös, 1995)
Mindestanforderung: 45 Sekunden

 

Seitlicher Medizinballwurf
Ausgangsposition:
  • Medizinball (4 kg) mit beiden Händen greifen
  • Rotation des Oberkörpers in die entgegengesetzte Wurfrichtung – Arme bleiben gestreckt, Beine werden angebeugt
Durchführung:
  • Aus der Ausholbewegung mit gebeugten Beinen den Medizinball so weit wie möglich werfen
    • 2 Versuche pro Seite
Fehlerquellen:
  • Übertreten der Abwurflinie
  • Einhändiger Abwurf
  • Rumpfrotation ohne Beinbeugung
  • Störung der kinematischen Kette
(Reiman & Manske, 2009)
Mindestanforderung: 7,5 Meter

 

CKCU-Test
Ausgangsposition:
  • Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen
  • Hände schulterbreit innerhalb der Markierungen (90 cm) auf den Boden aufgestützt
  • Beine geschlossen, Körper angespannt
Durchführung:
  • Schnellstmögliches, wechselseitiges Übergreifen der Hände in 15 s (Fingerspitzen berühren den Boden hinter den seitlichen Markierungen)
  • 2 Versuche
Fehlerquellen:
  • Berührung der Markierungslinien mit der übergreifenden Hand
  • Fehlende Körperstreckung
  • Breite Beinhaltung/ Ablegen der Beine
(Reiman & Manske, 2009)
Mindestanforderung: 23 Wiederholungen

 

Kasten-Bumerang-Test
Ausgangsposition:
  • Einnehmen der Startposition vor der Matte
Durchführung:
  • Beginn nach Startsignal mit einer Rolle vorwärts über die Matte
  • Umlaufen des Medizinballs im rechten Winkel zum Kastenteil 1, Überspringen des Kastenteils und Durchkriechen in Richtung MedizinballIn der Folge jeweils rechtwinkliges Umlaufen des Medizinballes, Überspringen und Durchkriechen der Kastenteile (2 + 3)
  • Nach Kastenteil 3 rechtwinkliges Umlaufen des Medizinballes und Durchlaufen der Ziellinie
  • 2 Versuche
Fehlerquellen:
  • Abweichen vom festgelegten Laufweg
Mindestanforderung: ≤ 19 Sekunden

 

Personenrettung
Ausgangsposition:
  • Dummy (75 Kg) liegt mit dem Kopf in Zugrichtung vor der Startlinie
  • Einnehmen der Startposition zwischen Startlinie und Dummy mit dem Rücken zur Laufstrecke
Durchführung:
  • Ergreifen des Dummys (an den Schulterriemen) nach dem Startsignal
  • Rückwärtiges Schleifen des Dummys (Oberkörper vom Boden heben) um die Wendemarkierung (Hütchen) bis zum Startpunkt zurück
  • 3 Runden mit einer Gesamtlänge von 66Metern
  • Zeit stoppt nach Überschreiten der Ziellinie durch den Probanten
Fehlerquellen:
  • Umstoßen des Hütchens
  • Unvollständige Zielüberquerung
  • Ausruhen abgestützt auf dem Dummy (1. Verwarnung)
(Williams-Bell et al., 2009)
Mindestanforderung: ≤ 60 Sekunden

 

3000 Meter Lauf
Ausgangsposition:
  • Hochstart
Durchführung:
  • Festlegung der Start- und Ziellinie
Fehlerquellen:
  • Fehlstart
  • Abkürzen der Laufstrecke
(Beck & Bös, 1995)
Mindestanforderung: ≤ 15 Minuten

 

Drehleitersteigen
Ausgangsposition:
  • Voll ausgefahrene Drehleiter (30 Meter)
  • Sicherung der Bewerber durch die SE-Höhenrettung
Durchführung:
  • Vollständiges Besteigen der Drehleiter (DLK 23-12)
Fehler:
  • Verweigern der Prüfung
  • Abbrechen der Prüfung vor Erreichen des Leiterkorbs
  • Unachtsamkeit
  • Höhenangst